Aichach gewinnt Ringerkrimi

von Okt 21, 2022Aktuelles, Allgemein, Ringen

Der TSC Mering verliert das Derby gegen den TSV Aichach hauchdünn mit 24:26. Letzter Kampf entscheidet.

Von Matthias Biallowons

Es ist schon wieder passiert: der TSC Mering und TSV Aichach lieferten sich ein hochemotionales und spannungsgeladenes Derby in Aichach – mit dem besseren Ende für die Gastgeber. „Wir haben zu oft nicht unser Können abgerufen und ohne Konzentration gerungen“, gab ein sichtlich geknickter zweiter TSC Vorstand, Dominik Ringenberger, nach dem Kampf zu. Rund 200 Zuschauer sahen ein hart geführtes, aber faires Derby, das Werbung für den Ringsport machte. Dabei reisten die Meringer als Favoriten zum Nachbar an der Paar. „Wir haben uns so viel vorgenommen, wollten unbedingt gewinnen, haben aber in den wichtigen Kämpfen zu viele Fehler gemacht“, räumte TSC Coach Radoslaw Siejak ein. Die Gäste mussten einen kurzfristigen Ausfall bis 98 Kilo kompensieren, was nicht gelingen sollte. Bis 57 Kilo Freistil konnte Jonas Imburgia eine Durchdreherserie von Daniel Sukalo nicht mehr aufholen. In der zweiten Runde landete er nach eigenem Kopfzug mit demselben Griff auf den Schultern (Stand 4:0 für Aichach). Zu früh gab sich Luca Gelb bis 130 Kilo Freistil auf. Mikael Golling kam vor allem in der Schlussphase zu leichten Zählern und siegte sogar noch nach einem Beinangriff auf Schulter (Stand 8:0). Erneut einen souveränen Auftritt zeigte Jakub Kesy bis 61 griechisch-römisch. Per Durchdreher mit Armeeinschluss siegte er klar mit 13:1 gegen Julian Bräuer (Stand 8:3). Mit viel Gewicht zu kämpfen hatte Lennart Bieringer bis 98 Kilo griechisch-römisch. Dawid Walecki spielte diesen Vorteil clever aus: mit einem Schlüpfer und Durchdreher aus der Bodenlage sicherte er sich den Punktsieg (Stand 11:3). Nie konnte Michael Rauch seinen Griff bis 66 Kilo im freien Stil finden. Felix Boussad nutzte eine Unaufmerksamkeit zu einem Kopfzug mit Beinblockade zum Schultersieg (Stand 15:3). Klar dagegen war die Angelegenheit im freien Stil bis 86 Kilo: Bartosz Sofinski fand im Stand kein Mittel, aber im Boden verhalf ihm ein schneller Beinangriff mit Beinschrauben zum überlegenen Sieg gegen Daniel Walecki (Stand 15:7). Während sich Dominik Ringenberger und Erik Iftenie bis 75 Kilo greco in der ersten Runde neutralisierten – Iftenie konnte einen Armdrehschwung setzen – fiel Ringenberger im zweiten Durchgang nach eigenem Angriff in den Konter des Aichachers – „Vierer“ für die Gastgeber (Stand 19:7). Zur Halbzeit brauchten die TSCler ein Wunder, um noch gewinnen zu können. Jonas Imburgia erhielt die Zähler bis 57 Kilo greco kampflos (Stand 19:11). Bis 130 Kilo zeigte Gelb, dass er im griechisch-römischen Stil daheim ist. Doch der eigentlich sicher geglaubte Sieg geriet wegen fehlender Luft in der zweiten Runde in Gefahr – zwar holte der Meringer den Sieg, die vergebenen Punkte sollten sich noch rächen (Stand 19:13). Obwohl beide Ringer den freien Stil bevorzugen, wusste Kesy das gegen Bräuer bis 61 Kilo besser zu nutzen. Einem Beinangriff folgte einem Schleuderer, der mit Durchdrehern zur technischen Überlegenheit führte (Stand 19:17). Den 16 Kilo Gewichtsunterschied bekam Sofinski bis 98 Kilo im freien Stil zu spüren. Die Kopfklammer wurde abgefangen und mit Überwurf bis zum 14:2 Sieg vollendet (Stand 22:17).

Letzter Kampf bringt die Entscheidung

Wenig Paroli konnte Alexander Purkert dem Meringer René Winter bis 66 Kilo griechisch-römisch bieten: Winter attackierte variantenreich mit Hüftangriff, Durchdreher, Rumreißer und ließ seinem Gegenüber keine Zeit für eine eigene Initiative: der überlegene Punktesieg war alternativlos (Stand 24:21). Ebenfalls technisch sehenswert ging Niklas Guha bis 86 Kilo griechisch-römisch zu Werke: mit einem Suplex aus der Drehung brachte er das Meringer Lager zum Kochen – souverän im Stand sicherte er sich den 10:0 Sieg (Stand 22:24). Jetzt musste Moritz Zeitler gegen den gleichnamigen Oberhauser aus Aichach bis 75 Kilo Freistil eine hohe Niederlage verhindern. Anfangs tasteten sich beiden Athleten ab, Risiko wurde gescheut. Doch dann ging es schnell: Seitenwechsel durch Oberhauser, abtauchen, schneller Überstürzer – Schultersieg. Mering war mit 26:24 besiegt. Am kommenden Wochenende gastieren die Schwaben dann in Anger.